Die Krankheit verschlingt Unsummen:
25 Mrd. € betrug der volkswirtschaftliche Schaden durch Rückenschmerzen
im vergangenen
Jahr. Jede dritte Krankschreibung ging auf ihr Konto.
In den meisten Fällen erholen sich die Patienten zwar innerhalb weniger
Wochen, doch rund zehn Prozent werden zu Chronikern:
Sie verursachen
den Großteil der Kosten. In der Regelversorgung sind für sie weder
diagnostische Konzepte noch standardisierte
Behandlungspfade verankert.
Unzureichende Kommunikation zwischen Ärzten und Kliniken führt zu
Doppeluntersuchungen,
Wartezeiten und Fehldiagnosen.
Mit einem neuen Konzept der integrierten Versorgung will die Gesellschaft
für ärztliche Fortbildung
und integrierte Versorgung gemeinsam mit der
Techniker Krankenkasse die Lage der Schmerzpatienten verbessern und
sie zurück
in den Arbeitsalltag führen. In dem interdisziplinären Behand-
lungskonzept stimmen sich Fachärzte, Schmerz-, Psycho-und
Physio-
therapeuten ab und behandeln die Patienten ganzheitlich in einem der
20 zertifizierten Schmerzzentren. So sollen
Folgekosten durch Früh-
verrentung und Krankengeldbezug vermieden werden.
Aufgenommen in das Programm werden Patienten, die wegen Rücken-
problemen seit mindestens vier Wochen
krankgeschrieben sind. Binnen
fünf Tagen erhalten sie einen Termin, nach spätestens zwei Wochen
beginnt die Behandlung.
Gelingt sie, erhält das Zentrum zusätzlich zur
Fallpauschale einen Bonus von zehn Prozent, bei Misserfolg werden fünf
Prozent abgezogen. „Solche Pay-for-Performance-Modelle, die einen Teil der Vergütung an die Behandlungsqualität
koppeln, werden viel zu wenig erprobt“, urteilt die FTD Jury.
Text: FINANCIAL TIMES, Deutschland

PRAXIS
INFORMATION
FACHBEREICH ÄRZTE
Volltextsuche
Schmerz- und Palliativzentrum Wiesbaden
http://www.schmerzzentrum-wiesbaden.de