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Wiesbadener Tagblatt vom 04.10.2004

Keine Angst vor Sterben und Tod
Erste Hospiz- und Palliativwoche mit abwechslungsreichem Programm

Viele Menschen wollen zu Hause in vertrauter Umgebung sterben, doch dieser Wunsch wird nur in wenigen Fällen berücksichtigt. Rund 70 Prozent der Bürger sterben in Klinken oder Pflegeheimen, oft allein, kaum betreut und unter Schmerzen. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen jedoch, dass 75 Prozent der Menschen zu Hause sterben können, wenn die entsprechenden Versorgungssysteme vorhanden sind.

Das Palliativ-Netz Wiesbaden-Taunus setzt sich für ein menschlicheres Sterben ein und versucht, das oft als Tabu gehandelte Thema in den Blick der Öffentlichkeit zu setzen."

Als erste Initiative Hessens hat das Palliativ-Netz ein Konzept erarbeitet, das ein Leben in Würde bis zuletzt ermöglicht. Durch wohnortnahe Versorgung durch Fachärzte, Pflegedienste sowie ambulante hospizliche und palliativmedizinische (schmerzlindernde) Angebote, können Patienten betreut zu Hause sterben.

Unter dem Motto "Der Tod naht...", veranstalten der Hospizverein Wiesbaden Auxilium und das Schmerz- und Palliativzentrum Wiesbaden, beide Mitglieder des Palliativ-Netzes, die 1. Hospiz- und Palliativwoche. Vom 10. bis 16. Oktober gibt es ein abwechslungsreiches Programm aus informativen und kulturellen Veranstaltungen zum Thema Sterben. Alle Veranstaltungen, der Film ausgeschlossen, finden im Roncalli-Haus statt.

Eröffnet wird die Woche am Sonntag, 10. Oktober, um 20 Uhr mit "Light-Moved", einer Inszenierung des Projektes Liedkunst im Bildraum mit Annemarie Baumgarten (Malerei), Andrea Reuter (Sopran) und Paolo Vergari (Klavier). Der Eintritt kostet zehn Euro.

Am Dienstag, 12. Oktober, um 19.30 Uhr, hält Michael Becker, Leiter der Wiesbadener Freien Kunstschule (wfk), einen kostenlosen Vortrag zum Thema "Der Tod in der bildenden Kunst der Moderne". Anschließend stellen die Schüler und Dozenten der wfk ihre Werke zum Thema Tod vor. Die Ausstellung ist während der gesamten Aktionswoche im Roncalli-Saal zu sehen.

Das Figurentheater Hohenlohe zeigt am Mittwoch, 13. Oktober, um 19.30 Uhr, das Mysterienspiel "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal. Der Eintritt beträgt acht Euro.

Am Donnerstag, 14. Oktober, läuft um 17.30 Uhr in der Film-Bühne Caligari der biographische Film "Elisabeth Kübler-Ross. Dem Tod ins Gesicht sehen.". Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt vier Euro.

Zu einem Informations- und Diskussionsabend lädt das Palliativ-Netz für Freitag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, ein. In einer offenen Gesprächsrunde geht es um Sterben und Tod.

Zum Hospiz- und Palliativtag, am Samstag, 16. Oktober, gibt es von 14 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür mit Vorträgen und eine Podiumsdiskussion; der Eintritt ist frei.

Den Abschluss der Aktionswoche bildet am Samstag um 19 Uhr das Benefizkonzert des R+V Chors und dem Chor des Schubertbundes, sowie dem Bariton Hans Peter Linn. Der Eintritt kostet 15 Euro.

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