21. JANUAR 2005
Eine zentrale Aufgabe der Hospiz- und Palliativarbeit ist die begleitende Unterstützung bei Trauerprozessen: Trauer über den Tod eines geliebten Menschen, Trauer im Umgang mit einer unheilbaren Erkrankung oder Trauer über zunehmende Hilfsbedürftigkeit. Ziel der Veranstaltungswoche ist es, Trauer als etwas sehr Persönliches zu schützen und gleichzeitig ein Forum zum gemeinsamen Nachdenken und Austauschen zu schaffen, um das Schweigen und die Isoliertheit in der Trauer aufzubrechen.
(Wiesbaden) "Die flächendeckende schmerztherapeutische und palliativmedizinische Versorgung in Deutschland steht vor dem AUS, wenn die für 1. April 2005 geplanten Veränderungen in der Gebührenordnung für niedergelassene Ärzte/innen in der jetzt gültigen Form verabschiedet werden", erklärt Dr. med. Thomas Nolte, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. und Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums Wiesbaden.
Für den Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie bahnt sich eine extreme Verschlechterung der schmerz- und palliativmedizinischen Versorgung an, wenn die bisher diskutierten Entwürfe für die Reform der ambulanten Gebührenordnung EBM 2000 plus so ab April 2005 verwirklicht werden. Aus diesem Grund trafen sich am 19.Januar 2005 über vierzig Schmerztherapeuten in den Räumen der Landesvertretung der Kassenärztlichen Vereinigung Frankfurt, um über die Konsequenzen dieser angekündigten Veränderungen zu diskutieren.
Die bisher mit der bis 31.03.2005 gültigen Schmerztherapievereinbarung gemachten Fortschritte in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen und Tumorschmerzen stehen mit der angekündigten Gebührenordnungsreform in Frage. Qualifizierte Schmerzbehandlung wird nach dem aktuell gültigen Entwurf dann für die Betroffenen auf zwei Jahre beschränkt und von den gutachterlichen Stellungnahmen anderer Fachkollegen, u.a. Psychiater, abhängig gemacht. Dies ist ein Novum und für andere chronische Krankheiten völlig unüblich und rückt den chronischen Schmerzpatienten wieder in die Nähe des eingebildeten Kranken!
Außerdem werden neben der zeitlichen Beschränkung der Behandlung auf zwei Jahre auch die Honorare für den behandelnden Schmertherapeuten/in so drastisch gekürzt, dass eine wirtschaftliche Behandlung dieser sowieso schon unterversorgten Patientengruppe nicht mehr möglich sein wird!
Im Bereich der Versorgung von Palliativpatienten, also in der Lebensendphase dieser Schwerstkranken, ist die Behandlung alleine durch Hausärzte/innen vorgesehen. Die bisher in der Zusammenarbeit mit Palliativmedizinern gemachten Fortschritte werden hier zunichte gemacht, da eine Honorierung der Leistungen von speziell geschulten Fachärzten nicht mehr vorgesehen ist.
Aus diesem Grunde haben die hessischen Schmerztherapeuten am 19.01.2005 eine Resolution mit ihrer Kritik und ihren Forderungen verabschiedet, in der sie auf die drohenden Missstände hinweisen. Außerdem bekunden sie als Vorreiter für andere Regionen ihre Absicht, dieser neuen Vereinbarung unter den jetzt geplanten Bedingungen nicht beizutreten. Andere Regionen werden diesem Beispiel folgen.
Damit steht für Hessen die gesamte flächendeckende und hochwertige schmerztherapeutische und palliativmedizinische Versorgung in Frage. Für die betroffenen Schmerzpatienten bedeutet dies das AUS einer wohnortund zeitnahen qualifizierten Behandlung mit langen Wartezeiten und weiten Anfahrtswegen bei insgesamt jetzt schon völlig unzureichenden Versorgungsstrukturen. Schmerztherapeuten/innen werden sich ab diesem Zeitpunkt wieder anderen Bereichen ihres Fachgebietes als der Schmerztherapie und Palliativmedizin zuwenden.
Trotz aller vollmundigen Bekundungen aus Politik und Medizin, sich in Zukunft mehr für die Belange der Schmerztherapie und Palliativmedizin einzusetzen, haben hier die Organe der Selbstverwaltung von Krankenkassen und kassenärztlicher Bundesvereinigung KBV versagt. Ohne in den Gremien Vertreter dieser Fachrichtungen zur Entscheidungsfindung zu berücksichtigen, wurde dieser Rückschritt auf den Weg gebracht. Für die Schmerz- und Palliativpatienten bedeutet es eine dramatische Verschlechterung ihrer medizinischen Versorgung!
Dr.med.Thomas Nolte.
Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.
Internet: www.schmerzzentrum-wiesbaden.de
E-mail:kontakt@schmerzzentrum-wiesbaden.de
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie:
Barbara Ritzert
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