4. OKTOBER 2005
Am Freitag, 14. Oktober 2005 gestaltet der Mainzer Chor voces cantantes unter Leitung von Alexander J. Süß ein Benefizkonzert in der Lutherkirche zugunsten der Hospiz- und Palliativarbeit in Wiesbaden. Gezeigt wird die selten gespielte Petite Messe Solenelle von Gioacchino Rossini in ihrer Originalfassung mit Flügel und Harmonium.
Der Anlass
Anlass des Benefizkonzerts, das im Rahmen der 2. Hospiz- und Palliativwoche gespielt wird, ist der Deutsche Hospiztag am 14. Oktober. Das Konzert steht auch in Zusammenhang mit dem internationalen Hospiztag am 8. Oktober. Der „World Hospice and Palliative Care Day“, steht unter der Schirmherrschaft von Jose Cura, Dame Judi Dench und Sir Willard White. An diesem internationalen Aktionstag werden weltweit über 500 Konzerte (Voices for Hospices) zugunsten der Hospiz- und Palliativarbeit aufgeführt. Eine musikalische Welle geht von Neuseeland startend einmal rundum den Erdball. Alle Erlöse kommen der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender zugute. Nähere Informationen unter: www.vocesforhospices.org
Das Werk
Die Petite Messe Solennelle ist die zweite große kirchenmusikalische Schöpfung Gioacchino Rossinis aus dem Jahr 1863. Nach einem fast zwanzigjährigen Italienaufenthalt schrieb Rossini die Messe in seiner neu erworbenen Villa in Passy, der Pariser Sommerfrische berühmter Gelehrter und Künstler. Dort begann der 70-jährige Rossini, der sich auf dem Höhepunkt seines Opernschaffens mit 37 Jahren zur Ruhe gesetzt hatte, erneut zu komponieren. Er schrieb eine Vielzahl kleiner, von ihm ironisch als „Sünden des Alters“ (Péchés de vieillesse) benannte Stücke. Seine letzte „Sünde“ war die Petite Messe Solennelle.
Er schrieb die Messe in der ungewöhnlichen Begleitung mit Flügel und Harmonium, was den persönlichen Charakter des Werks unterstreicht. In sein Manuskript schrieb er folgende Worte: „Lieber Gott voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet. Ist es wirklich heilige Musik [musique sacrée], die ich gemacht habe oder ist es vermaledeite Musik [sacrée musique]? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“
Der Chor
Der Konzertchor voces cantantes entstand 1985 aus der kirchenmusikalischen Arbeit an der Christuskirche Mainz. Gegründet von Jörg Dieter Süß wurden und werden bis heute alle ca. 30 Mitglieder individuell stimmlich ausgebildet. Im Oktober 2003 hat Alexander J. Süß die musikalische Leitung übernommen.
Das Repertoire der voces cantantes umfasst A-cappella-Werke aus fünf Jahrhunderten. Mehrfach wurde der Chor bei internationalen Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet, so gewann er 1990 den Internationalen Prager Chorwettbewerb und erhielt zudem noch eine Sonderauszeichnung für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes. Nähere Informationen unter: www.voces-cantantes.de
Der Dirigent
Alexander J. Süß bildete sich während seines Musikstudiums im Fach Klavier gesanglich unter Leitung von Jörg Dieter Süß weiter. Weitere Studien in Klavier folgten bei Vladimir Krpan (Zagreb) und im Dirigieren bei Helmuth Rilling (Stuttgart), Sylvain Cambreling (Paris) und Salvador Mas Conde (Wien). Bei letzterem schloss er mit einem Diplom an der Wiener Hochschule für Musik ab. Seit 1998 dirigierte er verschiedene deutsche Orchester (u.a. Kammersinfoniker „pro arte“ Rheinland Pfalz, Freiberger Philharmoniker, Neue Lausitzer Philharmonie Görlitz). Von 1999 bis 2002 war er Musikalischer Leiter und Chefdirigent der Jungen Oper in Dresden. 2001 wurde er Musikalischer Leiter von cantare mainz, den voces cantantes und des Mainzer Oratorienorchesters. Seit Anfang 2005 ist er auch Musikalischer Leiter des ältesten Mainzer Chores, der Mainzer Singakademie. Sein Repertoire umfasst neben großen Oratorien von Johann Sebastian Bach besonders die Musik Wolfgang Amadeus Mozarts und Ludwig von Beethovens, aber auch Werke von Tschaikowsky, Mendelssohn-Bartholdy u.v.a.
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