Funktionelle Medizin

Die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome
unter ganzheitlichen Aspekten

Sehr viele unserer Patienten leiden unter chronischen Schmerzsyndromen wie Fibromyalgie, Migräne, Autoimmunerkrankungen, Erschöpfung und Depressionen. Meist kann eine zugrundeliegende Ursache nicht gefunden werden, und die Behandlung kann dann nur symptomatisch erfolgen. Schmerzmittel und Psychopharmaka sind hilfreich, haben aber auch Grenzen.
Nach 8 jähriger Tätigkeit als Schmerztherapeutin hatte ich immer mehr das Bedürfnis, die zugrundeliegenden Ursachen für diese Schmerzsyndrome zu verstehen, um dann vielleicht auch eine Therapie anbieten zu können, die eben nicht nur die Symptome behandelt. Ich habe mich daher noch einmal umfangreich fortgebildet (Hormontherapie, Orthomolekularmedizin, Umweltmedizin, Stressmedizin, mikrobielle Darmsanierung, klinische Metalltoxikologie, Mitochondrienmedizin sowie Infektionen mit chronisch aktiven Erregern).
Unsere Lebensbedingungen haben sich im letzten Jahrhundert rapide verändert, wir ernähren uns nicht immer artgerecht, Stress- und Umweltbelastung haben stark zugenommen. Die Fähigkeit, sich an diese Veränderungen anzupassen, ist individuell sehr unterschiedlich, hier spielen sowohl genetische Voraussetzungen (Entgiftungsenzyme, Entzündungsbereitschaft, Stresshormonachse, Stoffwechsel) als auch die Epigenetik (Lebensstil, Umwelteinflüsse, Lebensereignisse, Infektionen mit chronischen Erregern, Ernährung) eine Rolle. Auswirkungen können den Zellstoffwechsel allgemein sowie das vegetative Nervensystem, das Immunsystem, das hormonelle Gleichgewicht, die Darmfunktion und nicht zuletzt die Psyche betreffen. Die Funktionelle Medizin versucht, durch ganzheitliche Anamnese und gezielte Labordiagnostik solche zugrundeliegenden Störungen auf biochemischer Ebene zu erfassen und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Behandlung erfolgt anhand des individuellen Befundes mittels Mikronährstoffen, Darmsanierung, Entzündungshemmung, Hormonersatz, Entgiftung und Stärkung des vegetativen Nervensystems.
Es handelt sich hier um Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt sind, interessierte Patienten können das Angebot als Selbstzahler in Anspruch nehmen. Gerne können Sie sich in unserer Praxis über die Kosten für eine individuelle Erstberatung informieren.

Dr. med. Angelika Hellstern
FÄ Anästhesie, Spezielle Schmerztherapie, Notfallmedizin, Akupunktur, Palliativmedizin, Chelattherapie, Funktionelle Medizin

Erschöpfung

Bei chronischer Erschöpfung spielen in der Regel mehrere Faktoren eine Rolle.
Unbedingt müssen im Vorfeld schwerwiegende Ursachen wie Herzschwäche, Blutarmut, Schilddrüsen-Unterfunktion oder das Vorliegen einer Tumorerkrankung etc. ausgeschlossen werden! Wenden Sie sich diesbezüglich bitte zunächst an Ihren Hausarzt!
Wenn diese hausärztlich durchgeführten Bemühungen keinen Therapie-Ansatz ergeben haben, suche ich gerne mit Ihnen zusammen nach Möglichkeiten, Ihren Energiehaushalt zu optimieren. Hier kann es hilfreich sein, nach Mikronährstoff-Mängeln, Darmflora, Nebennierenfunktion, Steroidhormonen und chronisch persistierenden Erregern zu fahnden.

Histaminintoleranz

Schwindel, Benommenheit, Angst- und Panikstörungen, Juckreiz, Rötung der Haut, Quaddeln, Niesen, Schlafstörungen, Magen-Darmbeschwerden, Durchfälle, Krämpfe, Kopfschmerzen, Migräne, Gelenk- und Muskelschmerzen, Asthma, Allergieneigung, Herzrasen und Blutdruckprobleme, sowie Menstruations- und andere hormonelle Beschwerden können durch Histamin verursacht oder zumindest verstärkt werden. Die Histaminintoleranz kann genetisch bedingt sein oder auch im Laufe des Lebens „erworben“ werden, häufig sind Frauen um die Menopause betroffen. Neben den Histamin-abbauenden Enzymen DAO (Darm) und HNMT (intrazellulär) spielen Kofaktoren (Kupfer, Vit C, Vit B6, verfügbare Menge an Methylgruppen) und die Zusammensetzung der Darmflora eine wichtige Rolle in der Histaminbilanz. Ist die Diagnose erst gestellt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die zahlreichen Symptome in den Griff zu bekommen. Dazu gehört eine gute Patientenschulung, Ernährungsumstellung, Optimierung von Darmflora und Mikronährstoffstatus, Vermeiden bestimmter Medikamente und nicht zuletzt ein gutes Stressmanagement.

Mikrobiologische Darmsanierung

Viele Beschwerden und Krankheiten hängen eng mit der Darmgesundheit zusammen. Bei Migräne, Kopfschmerzen, generalisierten Muskelschmerzen, Erschöpfung, Asthma, Allergieneigung und auch bei vielen entzündlichen Erkrankungen bieten sich über eine Analyse der Darmflora oft ungeahnte neue Ansatzpunkte in der Therapie. Auch Menschen, die mit chronischen Infekten und einem schwachen Immunsystem zu kämpfen haben, können eine erhebliche Verbesserung über eine mikrobiologische Darmsanierung erfahren. Eine ausführliche Analyse sollte neben den wichtigsten Bakteriengruppen auch Informationen über pH-Wert, Verdauungsrückstände, Besiedelung mit Pilzen, Schleimhaut- und Entzündungsmarker sowie lösliche Antikörper als Hinweis auf die lokale Immunsituation beinhalten. Je nach Beschwerden können zusätzlich noch weitere Parameter wie Histamin im Stuhl oder Antikörper auf Gluten im Stuhl sinnvoll sein.
Bei der sogenannten „Darmsanierung“ gibt es kein einheitliches Programm, das für alle passt. Anhand des Befundes werden die fehlenden Bakterien eine Zeitlang mit einem passenden Probiotikum substituiert. Genau so wichtig ist dabei aber die Milieu-Sanierung, beispielsweise die Korrektur eines zu alkalischen pH-Wertes im Dickdarm oder die Unterstützung mit Verdauungsenzymen, wenn diese nicht mehr ausreichend vorhanden sind. Die Ernährung muss entsprechend angepasst werden, bei Hinweisen auf lokale Entzündungsreaktionen an der Schleimhaut oder auf einen „löchrigen Darm“ – Leaky gut -, ist eventuell weitere Diagnostik erforderlich. Die Naturheilkunde kennt zahlreiche Wirkstoffe, die hier wertvolle Unterstützung geben können. Viele chronische Beschwerden können durch eine mikrobiologische Darmsanierung deutlich verbessert werden.

Bioidentische Hormontherapie

Sind die Hormone im Gleichgewicht, fühlen wir uns wohl. Kommt es aber zu Störungen in diesem Gleichgewicht (zB durch hormonelle Verhütung, Medikamente, Schilddrüsenstörungen, Mikronährstoffmangel, Einfluss von Schadstoffen, oder durch vermehrten Stress mit erhöhtem Bedarf an Cortisol), kann das erhebliche Auswirkungen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden haben.
Das allmähliche Absinken der Hormonspiegel mit zunehmendem Alter ist völlig normal und hat an sich keinen Krankheitswert.
Hormonelle Dysbalancen äußern sich häufig in Form von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Unruhe, Ängsten, Schlafstörungen, depressiver Verstimmung, unerklärlicher Gewichtszunahme, erhöhter Blutzuckerwerte, Kopfschmerzen, perimenstrueller Migräne, Gelenk- und Muskelschmerzen, Allergie- und Infektneigung.
Wenn Sie unter solchen Symptomen leiden und die schulmedizinische Diagnostik keinerlei Ansatzpunkte liefert, kann es sinnvoll sein, einen Blick auf den Hormonhaushalt zu werfen. Ergibt sich hier eine Abweichung, die zu Ihren Beschwerden passt, kann eine behutsame Substitutionstherapie mit bioidentischen (naturidentischen) Hormonen möglicherweise sehr hilfreich sein. Häufige Konstellationen sind ein Übermass an Östrogen im Verhältnis zum Progesteron, sog. „Östrogendominanz“ oder ein relativer Mangel an Cortisol, sog. „Nebennierenschwäche“.

Chelattherapie Schwermetall-Entgiftung

Belastungen mit toxischen Metallen wie Cadmium, Blei oder Quecksilber sehe ich mittlerweile bei sehr vielen Patienten. Mögliche Quellen sind z.B. belastete Nahrungsmittel, Amalgamfüllungen, Tabakrauch, bleihaltige Trinkwasserleitungen, Tattoo-Farben oder auch industrielle Abgase.
Diese Schwermetalle können im Körper Probleme bereiten, indem sie oxidativen Stress auslösen, andere Metalle wie z.B. Zink und Selen verdrängen, Hormonrezeptoren blockieren, Darmentzündungen begünstigen, oder durch Anlagerung an die DNA das Erbgut schädigen. Für Quecksilber ist eine ausgeprägte neurotoxische Wirkung bekannt. Auch die Übertragung im Mutterleib auf das ungeborene Kind ist beschrieben.
Bei stark erhöhten Werten im Vollblut und / oder entsprechender Anamnese empfehle ich einen DMPS-Provokationstest. DMPS ist ein Chelatbildner und kann – oral oder als Infusion verabreicht – die im Körper abgelagerten Metalle zur Ausscheidung bringen. Um Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, dass vor dem Test der Mineralienhaushalt gut kontrolliert und aufgefüllt ist.
Bei Hinweis auf eine chronische Belastung mit toxischen Metallen kann eine Chelattherapie über einen längeren Zeitraum erfolgen.

Orthomolekular-medizin

Der Begriff „orthomolekular“ – wörtlich übersetzt – „die richtigen Moleküle“ – oder sinngemäß: „die richtigen Vitalstoffe“ wurde von dem amerikanischen Biochemiker Professor Dr. Linus Pauling (1901 – 1994) geprägt. Der zweifache Nobelpreisträger formulierte bereits 1968 das grundsätzliche Prinzip: „Orthomolekulare Medizin dient der Erhaltung guter Gesundheit und der Behandlung von Krankheiten durch die Veränderung der Konzentrationen von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden sein sollten und für die Gesundheit erforderlich sind“.
Sämtliche Körperfunktionen werden durch biochemische Reaktionen angetrieben und aufrechterhalten, welche kontinuierlich „im Hintergrund“ ablaufen. Eine Voraussetzung dafür ist ein ausreichendes Angebot an Mikronährstoffen, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen. Fehlen bestimmte Bausteine, z.B. durch verminderte Aufnahme oder erhöhten Verbrauch, dann kommt es zu Mangelerscheinungen und Problemen.